Ernährung bei Niereninsuffizienz

Ernährung bei Niereninsuffizienz

SHARE

Durch eine eiweißreduzierte Ernährung lässt sich die Konzentration der harnpflichtigen Substanzen senken, damit die Symptome stoppen. Ziel ist es, der Anfang einer Dialysebehandlung oder Nierentransplantation so lange wie möglich zu verschieben.

Wenn man unter Niereninsuffizienz leidet, muss einer die Eiweißzufuhr irgendwie reduzieren. Auf der anderer Seite sollten sie nicht zu sehr reduziert werden, da die Gefahr der Unterversorgung mit den lebensnotwendigen Aminosäuren auf diese Weise plötzlich entsteht. Aminosäuren wirken als Hormone, Enzyme, Antikörper, der Übertragung von Nervenimpulsen unter anderen. Sowohl das Körpereiweiß als auch das wenige erlaubte Nahrungseiweiß werden bei dieser Krankheit zur Energieversorgung herangezogen.

Das Ergebnis ist immer ein unerwünschter Anstieg von Harnstoff (Abbauprodukt von Eiweiß) im Blut. Die Anforderungen an die Kostzusammensetzung liegen an den verschiedenen Phasen der chronischen Niereninsuffizienz und basieren auf den Laborwerten. Die Erkrankte können durch eine angepasste Ernährung den Verlauf der Krankheit beeinflussen.

Wichtige Lebensmittel

Das Nahrungseiweiß ist je nach Schweregrad der chronischen Niereninsuffizienz zu begrenzen. Sie dürfen jedenfalls das Minimum von 0,5 g Eiweiß pro Körperkilogramm nicht unterschreiten. In diesem Fall kommt es zum Abbau der Körpersubstanz. Die Nutzung eiweißarmer diätetischer Spezialprodukte lässt sich empfehlen. Wenn Sie sich das leisten können, kaufen Sie biologisch hochwertiges Eiweiß, damit die essentiellen Aminosäuren in ausreichender Form zur Verfügung stehen. Eine Kombination aus Kartoffeln und Ei, Bohnen und Ei, Milch und Weizen garantiert hochwertige Proteingemische.

Fett

Fette sind neben der Energiebereitstellung Lieferanten der essentiellen Fettsäuren. Darüber hinaus sind sie auch Träger der fettlöslichen Vitamine. Verzichten Sie nicht auf eine ausreichende Fettzufuhr mit vielen einfach ungesättigten Fettsäuren wie Olivenöl und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Energie

Achten Sie auf eine ausreichende Energiezufuhr, weil bei nicht ausreichender Energiezufuhr der Körper das sowieso begrenzte Nahrungseiweiß zur Energiegewinnung heranzieht. Die Konsequenz ist die unerwünschte Erhöhung harnpflichtiger Substanzen in Ihrem Blut. Sie dürfen Kohlenhydrate wie zum Beispiel Traubenzucker und Haushaltszucker benutzen. Eine Fettanreicherung der Speisen lässt sich auch durch Zugabe von Diätmargarine schaffen.

Prüfen Sie täglich Ihr Gewicht. Merken Sie starke Gewichtsschwankungen, gehen Sie unbedingt zu Ihrem Arzt und Diätassistenten.

Wasser

Erst im Endstadium der Erkrankung lässt sich die Fähigkeit der Niere nach, Wasser auszuscheiden. Und das Endstadium dieser Erkrankung ist weit, weit von Ihnen. Bis dahin müssen Sie zur Entlastung der Niere von 2 bis 3 Litern konsumieren, um die harnpflichtigen Elemente auszuschwemmen. Trinken Sie so viel wie die Menge des am Tag zuvor ausgeschiedenen Urins plus ein halbes Liter.

Kohlenhydrate

Sie dürfen die verschiedenen Zucker in üblichen Mengen verwenden, denn sie sind reine Kohlenhydrate. In manchen Fällen sollten Sie sich eine Anreicherung der Nahrung mit Kohlenhydraten beschaffen, um eine ausreichende Energieversorgung zu erreichen. Kohlenhydratträger wie Brot, Gebäck und Teigwaren, die auch Eiweiß enthalten, lassen sich bei einer fortgeschrittenen Nierenerkrankung ganz oder teilweise durch eiweißarme Spezialprodukte ersetzen.

Vitamine und Mineralien

Eine gezielte Substitution von Calcium, Zink, Vitamine des B-Komplexes u.a. kann durch den Arzt besorgt werden. Das ist zu empfehlen, weil eine eiweiß- und kaliumarme Ernährung langfristig zu Mängeln bei der Mineralstoff- und Vitaminversorgung führt.