Erkrankte, arbeitsunfähige Arbeitnehmer haben mehr Rechte als geglaubt

Erkrankte, arbeitsunfähige Arbeitnehmer haben mehr Rechte als geglaubt

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Ist man schwer erkrankt, dann wird einer meist länger, und manchmal sogar auf Dauer arbeitsunfähig. Dieser Zustand ist zwar nicht zu beneiden, denn man hat Angst um die Arbeitsstelle sowie Sorgen um die Gesundheit. Diese Situation ist vielen Arbeitnehmern bekannt. Doch haben sie mehr Rechte, als sie oft denken.

Unter den häufigsten Gründen von Arbeitsunfähigkeit sind Rückschmerzen, Armschmerzen und Beinschmerzen. Probleme mit dem Rücken wie Bandscheibevorfälle und Ischias können zu furchtbaren Schmerzen und dauerhafter Arbeitsunfähigkeit führen. Gut ist für die Mitarbeiter im Hinblick auf eine krankheitsbedingte Kündigung zu wissen, dass es sehr hohe Voraussetzungen bestehen nach der Meinung von Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Unter diesen Voraussetzungen ist, dass der Arbeitnehmer drei Jahre hintereinander mindestens sechs Wochen krank gewesen ist. Es hängt aber immer von dem Einzelfall ab.

Quellen von Entgelt

Sechs Wochen lang kriegen Arbeitnehmer Lohnfortzahlung von der Firma, das heißt dem Arbeitgeber. Dann bekommen sie Krankengeld für bis zu 78 Wochen von der Krankenkasse – das ist der Großteil des Bruttoentgelts. Danach haben sie die Möglichkeit, Leistungen von der Rentenversicherung oder Arbeitsagentur zu beantragen.

Ein Weg zusammen finden

Es wird gemeinsam darüber diskutiert, wie die Arbeitsunfähigkeit zu überwunden und der Arbeitnehmer wieder optimal in das Unternehmen einzugliedern. Arbeitgeber sind laut Sozialgesetzbuch verpflichtet, BEM zu bieten. Das ist ein freiwilliges Angebot für die erkrankten Mitarbeiter.

Laut Andreas Tautz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM), seien Arbeitnehmer in dem Gespräch nicht aufgefordert von ihrer Krankheit zu erzählen. Das Ziel ist, Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen, gemeinsam mit dem Mitarbeiter eine Perspektive zu entwickeln und den Arbeitsplatz zu erhalten.

Beschäftigten sollen am besten frühzeitig ein Gespräch mit dem Betriebsarzt suchen, falls es in Firmen kein organisiertes Gesundheitsmanagement gibt.

Es ist auch möglich, dass man langsam in den Job zurückkehrt, zum Beispiel durch Wiedereingliederung mit einer reduzierten Stundenanzahl, die später langsam gesteigert wird.